Zum Hauptinhalt springen

SALAMANCA GALERIE

Alfred Hrdlicka, Mozart, Schloß vorm Mund, 2005, Aquarell, Tusche auf Papier, 48,5 x 48,5, STRABAG Kunstforum. Foto: STRABAG Kunstforum.

Alfred Hrdlicka, Pas de trois, 1981, Kreide, Aquarell auf Papier, 49 x 67 cm, STRABAG Kunstforum. Foto: Rudi Froese Photography.

Alfred Hrdlicka

Auch diesen Sommer vereinen sich die Künste in der Salamanca Galerie! Passend zur gesellschaftskritischen Komödie „Bezahlt wird nicht!“ von Dario Fo wird eine Ausstellung mit Werken von Alfred Hrdlicka präsentiert. Dario Fo und Alfred Hrdlicka wählten unterschiedliche Ausdrucksformen und Medien für ihre Arbeit, stellen jedoch beide den Menschen und die Gesellschaft ins Zentrum ihres Schaffens. Alfred Hrdlicka wäre dieses Jahr 90 geworden, heute zählt er zu den wichtigsten Künstlern Österreichs nach 1945 und prägte wie kein anderer die heimische Kunstlandschaft. Gezeigt werden Arbeiten aus mehreren Zyklen und Schaffensperioden. Hrdlicka hielt konsequent an seinem figurativ-expressiven Stil fest und beschäftigte sich zeit seines Lebens mit der Darstellung der menschlichen Figur. Seine Plastiken, Malereien, Zeichnungen und Radierungen spiegeln Hrdlickas kritische Geisteshaltung und sein Interesse an Themen der Weltgeschichte wider. Historische Ereignisse wurden ungeschönt abgehandelt, schärften dabei sein politisches Bewusstsein und richteten seinen künstlerischen Fokus auf psychische und physische Extremzustände. Schmerz, Gewalt, Tod und ungleiche Machtverhältnisse dominieren sein Werk. Dabei blieb Hrdlicka fortwährend Humanist und sagte einst
„Mir fällt nichts ein. Mir fällt was auf.“

 

Die Vernissage findet gemeinsam mit der Premiere von Bezahlt wird nicht! am 15. Juli 2018 im Salamanca Keller im Schloss Porcia statt.

Zu besichtigen ist die Ausstellung bis zum 27. August jeweils eine Stunde vor Beginn der Vorstellungen von Bezahlt wird nicht!

Mehr dazu

Zum Spielplan 

Wir bedanken uns herzlich bei den Leihgebern Sammlung Sanziany & Palais Rasumofsky und STRABAG Kunstforum.

Alfred HRDLICKA
* 1928 in Wien † 2009

Bildhauer, Maler, Zeichner, Druckgrafiker, schuf Skulpturen, Bühnenbilder und Mahnmale. War ein großer europäischer Einzelgänger, Professor für Bildhauerei und prinzipieller Verweigerer von Ehrungen und Orden.

In seinem figurativ-expressiven Stil, der dem Realismus verpflichtet ist, thematisiert er die Machtverhältnisse dieser Welt: Die Unterdrückung der kleinen Leute, Krieg, Gewalt und Faschismus. Wie man in dieser Umgebung Komödie spielen kann? – Hier und diese Komödie erst recht!

 

Werkthemen:

- Machtverhältnisse dieser Welt
- Unterdrückung kleiner Leute
- Macht und Ohnmacht in der Geschichte
- Machtverhältnisse, bedrückende Lebensverhältnisse
- Krieg, Gewalt, Faschismus
- Oper, Theater, Musik, Literatur

 

1946 - 1952 Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Albert Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky
1953 - 1957 Studium der Bildhauerei ebenfalls an der Akademie bei Fritz Wotroba
1960 Erste Ausstellung „Skulptur, Malerei und Grafik“ zusammen mit Fritz Martinz in der Wiener Zedlitzhalle
1964 Vertreter Österreichs bei der 32. Biennale in Venedig gemeinsam mit Herbert Böckl
1971 - 1973 Professor für Bildhauerei, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1973 - 1975 Professur, Hochschule für bildende Künste Hamburg
1975 - 1986 Professor für Bildhauerei, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1986 - 1989 Professor für Bildhauerei, Universität der Künste Berlin
1989 Berufung an die Universität für angewandte Kunst Wien

 

Bedeutende Arbeiten

1968 - 1972 Plötzenseer Totentanz in Berlin-Plötzensee
1981 Skulptur "Die starke Linke" im Gedenken an Friedrich Engels in Wuppertal
1983 - 1986 Gedenkmal "Hamburger Feuersturm" und "Untergang der KZ-Häftlinge" am Hamburger Dammtor
1988 - 1991 Mahnmal gegen Krieg und Faschismus in Wien Albertinaplatz
2006 Bronzebüste von Robert Schumann vor dem Schumannhaus in Bonn-Endenich

 

Zyklen von Zeichnungen und Radierungen

- Französiche Revolution
- Deutscher Bauerkrieg
- Revolution 1848
- Schach
- Fritz Haarmann
- Johann Joachim Winckelmann
- Franz Schubert
- Richard Wagner
- Adalbert Stifter
- Rudolf Nurejew
- Leo Tolstoi
- Auguste Rodin
- Pier Paolo Pasolini

 

Bühnenbilder

1982 Faust I und II, Bonner Schauspielhaus
1992 Luigi Nono: Intolleranza, Stuttgart
1994 König Lear, Schauspielhaus Köln
2001 Ring des Nibelungen, Meiningen