Zum Hauptinhalt springen

SALAMANCA GALERIE

ZORAN MUŠIČ

ZORAN MUŠIČ 

(GÖRZ/GORIZIA/GORICA 1909 - 2005 VENEDIG)


Mušič wurde in der Donaumonarchie geboren, ist dreisprachig aufgewachsen und hatte zeitgeschichtlich bedingt ein wahrlich bewegtes Leben durchzustehen. Der Altösterreicher Mušič lebte äußerst bescheiden und war geprägt durch deutsche Erziehung von slowenischen Eltern in karger, spröder, mediterraner Umgebung. Er wurde einer der bedeutendsten europäischen Maler des 20. Jahrhunderts. Sein Werk zeichnet sich aus durch lyrischen und ästhetischen Ausdruck, magische Stimmung und poetische Farbgebung.

Weltberühmt wurde er unter anderem durch seine Toten-landschaften „Non siamo gli Ultimi“ aus der Erinnerung an seinen Aufenthalt im Konzentrationslager Dachau.

Aufgrund des ungeheuer reichhaltigen und vielseitigen künstlerischen Schaffens seiner 96 Lebensjahre kann an dieser Stelle nur auf die Vernissage am 14. Juli neugierig gemacht werden. 

Text: Wilhelm Weiß
 

Mehr dazu

Zum Spielplan 

Wir bedanken uns herzlich bei dem STRABAG Kunstforum.

Zoran Mušič

Mušič wird 1909 in der alten Monarchie im Küstenland des Habsburgerreiches Nähe Görz geboren. Sein Vater wird 1914 zum Militär eingezogen und daher übersiedelt die Familie in die slowenische Steiermark. Nach seiner Entlassung 1918 wird er als Volksschullehrer nach Griffen in Kärnten zugeteilt und die Familie muss wieder siedeln. Hier besucht Mušič einige Jahr die Volks- und Hauptschule.

Erst 70 Jahre später, im Herbst 1989, kommt Mušič wieder nach Griffen, um die Wege seiner Kindheit, das Wohnhaus, den Garten und die ehemalige Schule aufzusuchen.

Während dieses langen Zeitraumes hat er Kärnten nur einmal gesehen: Nach seiner Verhaftung am 1.10.1944 in Venedig, der Stadt seiner Träume und Sehnsüchte, wird er nach Triest ins Gefängnis gebracht und in Viehwaggons gemeinsam mit vielen anderen – mit kurzem Zwangsaufenthalt in Villach – nach Dachau deportiert, wo er am 18.11.1944 im Konzentrationslager ankommt. Zweihundert Tage wird er bis zur Befreiung dort verbringen!
Nach 25 Jahren Reifungsprozess bringt Mušič die Erinnerung an den allgegenwärtigen Tod in Dachau in seinem ca. 180-teiligen Zyklus "Wir sind nicht die Letzten" zu Papier und auf die Leinwand!


Zur Orientierung einige weiteren biographischen Daten:

1930 – 1934   Ausbildung an der Kunst-Akademie in Zagreb. 

1935 – 1936   Aufenthalt in Madrid um El Greco und Goya zu studieren.

1936               Rückkehr nach Dalmatien.

1943               Endlich der erste Venedig-Besuch.

1944               Bezug eines Ateliers in Venedig.

1949               Hochzeit mit der Urvenezianerin Ida Cadorin-Barbarigo (gestorben am 15.1.2018!).

1952               Zweites Atelier in Paris; Venedig wird nicht aufgegeben.

1953 – 2005   Lebt und arbeitet in Paris und Venedig.

                       Unzählige Einzelausstellungen in aller Welt, Ehrungen, Monographien.

2005               Am 25. Mai 2005 stirbt Zoran Mušič in Venedig. 
 

In einer über 60 Jahre währenden Schaffensperiode schuf der Künstler zahlreiche weitere Motivserien wie z.B.:

Cavallini
Venezia
Dachau
Umbrische Landschaften
Sienesische Landschaften
Dalmatinische Landschaften
Akte
Ida
Reti
Fische/Muscheln
Montagne
Cortina
Felslandschaften
Pflanzenmotive
Atelier/Casa a Venazia
Kathedralen
Selbstportraits
Doppelportraits
Paris
Uomo

 

Zoran Mušič war ein bescheidener, stets die Einsamkeit und Stille Suchender, der mit seiner absoluten Kunst zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt.