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THEATERWAGEN PORCIA

DAME KOBOLD

PEDRO CALDERÓN DE LA BARCA


ins Deutsche übertragen von h.c. artmann
Wagenfassung Angelica Ladurner

Premiere: 17.05.2020

Zu den Spielorten​​​​​​​

Zwei Zimmer, zwei Welten. Lebensräume zweier sich fremder Menschen, getrennt durch eine scheinbar unüberwindliche Wand. Diese aber, richtig benutzt und mit dem rechten Schlüssel geöffnet, ist eine heimliche Drehtür, welche der klugen Benutzerin neue Möglichkeiten eröffnet. Wenn sie, die Eingesperrte, mit Hilfe ihrer klugen Freundin – und befreundete Frauen sind unschlagbar – genügend Mut, Erfindungsgabe und Humor hat, wird sie den Dreh zum Leben finden.

Für viele Männer sind Frauen, die ihr Leben in die Hand nehmen, sofort unheimlich, ja geradezu Kobolde, von denen man nie weiß, welchen Schabernack sie treiben. Ach, die beiden Traummänner haben es nicht leicht, ihren Lieben gerecht zu werden – bei so raffinierten Frauen! Die Geschichte eines weisen Narren und zwei geisterhaft schöne Liebesgeschichten, die uns zeigen, dass, wenn wir den richtigen Dreh gefunden haben, das Leben unheimlich spannend, überraschend und beglückend sein kann.

BESETZUNG

Mit:Klemens Dellacher, Clara Diemling, Beate Gramer, Gregor Kronthaler, Stefan Moser

Regie:Angelica Ladurner

Assistenz:Veronika Firmenich, Sophie Kaiser 

Bühne:Nina Ball

Kostüm:Katia Bottegal

Musik:Ossy Pardeller

Fechtchoreografie:Josef Borbely

PEDRO CALDERÓN DE LA BARCA

Im Gegensatz zu seinem Kollegen Lope de Vega verschwindet Calderón geradezu hinter seinen Komödien und sein Leben ist sehr viel weniger nachvollziehbar. Ein kleiner Eindruck sei uns dennoch gegönnt:

Pedro Calderón de la Barca wird am 17. Jänner 1600 in Madrid in eine niedrige Adelsfamilie geboren. Noch vor seinem 9. Lebensjahr besucht er die Grammatikschule der Jesuiten. Seine Kindheit ändert sich jäh als 1610 seine Mutter stirbt. Die Distanz zum Vater und der Stiefmutter prägt wohl die typische Thematik der Milieuschädigung durch das Elternhaus in den Werken bei Calderón.

1615 stirbt auch der Vater und nach Erbstreitereien mit der Stiefmutter und daraus erfolgter Armut geht Calderón nach Salamanca, um sein bereits begonnenes Theologiestudium fortzusetzen. Außerdem widmet er sich den Studien der Philosophie, Mathematik, Astrologie und Jus – alle der starken Zensur der Inquisitionsbehörde unterlegen. Bereits während seiner Studienzeit schreibt Calderón. Nach seiner Studienzeit geht er zurück nach Madrid. Aus finanzieller Not nimmt er an Dichterwettbewerben teil und wird vom damals schon großen und landesweit verehrten Lope de Vega lobend erwähnt.

1622 schreibt er sein erstes Drama.

Nach seiner Teilnahme an Kämpfen in Flandern tritt er 1628 in den Dienst des Königs Philipp IV., der mit seiner Gemahlin Isabella von Bourbon mehr Freude an Hofbällen als am Regieren hat. So werden die Staatsschulden und die Verarmung des Volkes immer größer, während die Kunstszene am Hof blüht.

Die 1629 aus einem Skandal erschaffene Komödie „Der standhafte Prinz“ wird von Goethe, Eichendorff und Wagner hoch gelobt: „In diesem ‚standhaften Prinzen‘ verbinden sich Ehre, Heldentum und Heiligkeit gut mittelalterlich zu einem wundersamen Dreiklang.“ Diese drei Eigenschaften sind charakteristisch für das Spanien der Zeit Calderóns.

1635 wird er, mittlerweile ein gefeierter Dichter, zum Leiter des Hoftheaters ernannt. Ein Jahr später erscheint ein Band einiger seiner meist gefeierten Werke (u.a. auch Dame Kobold).

1640 brechen in Spanien bedingt durch die bürokratische Zentralisierung, die strikte katholische Zensur und wirtschaftliche Malaise Unruhen aus. Durch die Unruhen bestimmt legt Calderón eine Pause im Schreibprozess ein. Als Hofdichter ist er auf der Seite Kastiliens und damit für die Monarchie.

1642 tritt Calderón in den Dienst des Herzogs von Alba und ist für dessen persönliche Korrespondenz zuständig. Er leidet keinen Hunger, aber reich wird er nie. Er verfasst jahrelang die Fronleichnamsspiele in Madrid und greift dabei gern auf frühere Komödien zurück.

1648 bei der Geburt des Sohnes stirbt seine Geliebte und auch sein Sohn stirbt im Jahr darauf.

1650 trifft er den Entschluss Priester zu werden und nur noch für königliche Feste tätig zu sein. Dadurch schreibt er nur noch sehr eingeschränkt Komödien. Durch Dynastie-Verbindungen wird Calderón auch in Österreich (Margarita Teresa & Leopold I.) und in Frankreich (Maria Teresa & Ludwig XIV.) bekannt und beliebt.

1681 stirbt Pedro Calderón de la Barca in Madrid.

Der Meister des spanischen Theaters wird im deutschsprachigen Raum besonders in der Klassik und Romantik wiederentdeckt. Als romanisches Stück, wird die Dame Kobold von Wochinz ausgewählt und steht 1969 in einer Übersetzung und Fassung von h.c.artmann bei den Komödienspielen das erste Mal auf dem Programm.

Text: Veronika Firmenich

Quelle: Norbert Sorg: Pedro Calderón de la Barca. Reihe: Die großen Klassiker. Literatur der Welt in Bildern, Texten, Daten. Bd. 33, Salzburg: Andreas Verlag 1980.

 

DER THEATERWAGEN

Der Theaterwagen Porcia spielt an besonderen Orten, die durch diese fahrbare Bühne zur Theaterkulisse werden: auf Dorf- und Stadtplätzen, in Schulhöfen und auf Firmengelände, auf Wiesen und auf Berggipfeln. Und alle können sich daran erfreuen: Die, die einen Sitzplatz haben ebenso wie die, die zufällig vorbeigehen. Ob sie sich nun hinsetzen, oder nur stehenbleiben, nach kurzem wieder weitergehen, am Boden hocken – sie alle sind verzaubert, lachen und haben Freude daran. 

Es ist immer ein besonderes Ereignis, ein Fest, ein Event, wenn der Theaterwagen vorfährt, wenn sich von Zauberhand die Rampe öffnet und ein lustiges Ensemble in bunten Kostümen ausspuckt- nie so, wie man es erwartet, immer anders, immer neu. Kultur kommt in alle Orte, die sich daran erfreuen. Und Kultur kann so lustig und erfreulich sein! Und man muss nicht immer weit wegfahren, um sie zu erleben.

Nächste Vorstellungen

Mai

17

So | 17:00 Uhr | Theaterwagen Porcia | Premiere

Dame Kobold

Mai

20

Mi | 16:30 Uhr | Theaterwagen Porcia

Dame Kobold

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